Die Geburt einer Idee ist legitim, wenn man das Gefühl hat, man ertappt sich beim Plagiieren.

Die Geburt einer Idee ist legitim, wenn man das Gefühl hat, man ertappt sich beim Plagiieren.


(An idea's birth is legitimate if one has the feeling that one is catching oneself plagiarizing oneself.)

📖 Karl Kraus

 |  👨‍💼 Schriftsteller

🎂 April 28, 1874  –  ⚰️ June 12, 1936
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Dieses Zitat berührt die faszinierenden Grenzen von Kreativität und Originalität. Dies deutet darauf hin, dass die Entstehung einer wahren Idee als echt anerkannt werden kann, wenn der Schöpfer ein Déjà-vu-Gefühl oder eine Vertrautheit verspürt, als würde er sich versehentlich auf seine eigenen früheren Gedanken oder Werke beziehen. Diese Vorstellung stellt traditionelle Vorstellungen von Kreativität als völlig originell in Frage und betont, dass authentische Ideen oft aus einem komplexen Zusammenspiel bestehender Gedanken, persönlicher Erfahrungen und unbewusster Einflüsse entstehen. Das Gefühl, „sich selbst beim Plagiieren zu ertappen“, kann als das Bewusstsein verstanden werden, dass der Geist aus seinem eigenen inneren Ideenreservoir schöpft und sie in neue Formen umformt und konfiguriert. Es spiegelt die Fließfähigkeit des kreativen Prozesses wider und verdeutlicht, dass die Inspiration häufig eher aus internen Quellen als aus externer Originalität stammt. Das Erkennen, wann sich eine Idee vertraut und dennoch überzeugend anfühlt, ermöglicht eine Form der Ehrlichkeit im kreativen Prozess: die Anerkennung, dass selbst unsere innovativsten Konzepte ihre Wurzeln in unseren vorherigen Gedanken haben, sich aber durch Neuinterpretation verändern. Diese Perspektive bestätigt paradoxerweise die Originalität von Ideen, die im mentalen Universum eines Individuums vorkommen, solange diese Dualität bewusst anerkannt wird. Es ermutigt Schöpfer, ihrem internen Quellenmaterial zu vertrauen und die zyklische Natur von Ideen nicht als Fehler, sondern als natürliche Entwicklung des Denkens zu betrachten. Letztendlich regt uns das Zitat dazu an, über die Bedeutung des unbewussten Einflusses, der Selbstreferenz und der kontinuierlichen Neuinterpretation interner Dialoge auf dem Weg des kreativen Ausdrucks nachzudenken.

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Dezember 25, 2025

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