Zeichnen ist wie eine ausdrucksstarke Geste mit dem Vorteil der Dauerhaftigkeit.
(Drawing is like making an expressive gesture with the advantage of permanence.)
Dieses Zitat von Henri Matisse fängt die Essenz des Zeichnens als Kunstform wunderbar ein. Dabei wird das Zeichnen nicht nur als mechanischer Akt der Vervielfältigung hervorgehoben, sondern als Medium des persönlichen Ausdrucks. Im Gegensatz zu flüchtigen Gesten, die wir mit unserem Körper machen – Wellen, Bewegungen oder Zeichen, die so schnell verschwinden, wie sie gemacht wurden – fängt das Zeichnen diese Momente ein und macht sie dauerhaft. Der Ausdruck „ausdrucksstarke Geste“ ist bedeutsam, weil er uns daran erinnert, dass Zeichnen ein aktiver und emotionaler Prozess ist. Jede gezeichnete Linie kann Stimmung, Absicht und Emotion vermitteln, ähnlich wie Gesten in der menschlichen Kommunikation.
Der Vorteil der Beständigkeit beim Zeichnen ist tiefgreifend. Das bedeutet, dass die von einem Künstler eingefangenen Emotionen und Ausdrücke über den unmittelbaren Moment hinaus erhalten bleiben und eine dauerhafte Kommunikation bieten, die der Betrachter immer wieder erleben kann. Diese Beständigkeit ermöglicht es der Zeichnung, als historische Aufzeichnung menschlichen Denkens, Fühlens und Schaffens zu dienen. Es verbindet die vergängliche Natur des persönlichen Ausdrucks und die dauerhafte Fähigkeit der bildenden Kunst. Matisse‘ Zitat erhebt das Zeichnen von einer einfachen künstlerischen Fähigkeit zu einer kraftvollen Form des narrativen und emotionalen Geschichtenerzählens, bei der jeder Strich das Potenzial birgt, etwas Tiefes über die innere Welt des Künstlers oder die Welt um ihn herum zu enthüllen.
Im Wesentlichen lädt uns dieses Zitat dazu ein, die tiefgreifende Kraft des Zeichnens als Mittel des Selbstausdrucks zu würdigen, das sowohl spontan als auch dauerhaft ist, und hebt die einzigartige Mischung aus Geste und Kunstfertigkeit hervor, die erforderlich ist, um eine Zeichnung auf der Seite zum Leben zu erwecken.