Glaube minus Verletzlichkeit und Mysterium bedeutet Extremismus. Wenn Sie alle Antworten haben, dann nennen Sie das, was Sie tun, nicht „Glaube“.
(Faith minus vulnerability and mystery equals extremism. If you've got all the answers, then don't call what you do 'faith.')
Dieses zum Nachdenken anregende Zitat betont den wesentlichen Zusammenhang zwischen Glaube, Verletzlichkeit und Mysterium. Glaube beinhaltet von Natur aus die Bereitschaft, das Unbekannte anzunehmen und zu akzeptieren, dass es nicht auf alle Fragen unmittelbare oder endgültige Antworten gibt. Wenn wir versuchen, Verletzlichkeit zu beseitigen oder die Geheimnisse des Lebens zu leugnen, riskieren wir, den Glauben auf Gewissheit zu reduzieren, was eine gefährliche Vereinfachung darstellen kann. Eine solche Gewissheit kann Einzelpersonen auf den Weg des Extremismus führen, da sie keinen Raum für Demut, Zweifel oder ständige Nachforschungen lässt. Das Verstehen und Akzeptieren von Verletzlichkeit als Teil des Glaubens ermöglicht es uns, angesichts der Unsicherheiten des Lebens aufgeschlossen, einfühlsam und widerstandsfähig zu bleiben. Es erkennt an, dass wahrer Glaube Vertrauen in den Prozess einschließt, auch wenn die Ergebnisse ungewiss sind, und erkennt die Bedeutung von Wundern und Geheimnissen in der menschlichen Erfahrung an. Umgekehrt kann das Ausblenden von Verletzlichkeit oder das Abtun von Unsicherheit zu einer starren Weltanschauung führen, in der Überzeugungen unflexibel und potenziell intolerant werden. Letztendlich erinnert uns dieses Zitat daran, dass authentischer Glaube Demut, die Anerkennung unserer Grenzen und Trost im Geheimnis erfordert – ohne das bleibt bloßes Dogma und kein echter Glaube.