Soweit es uns betrifft, wurden wir in unserer Familie geboren und was davor geschah, ist ein Mythos.

Soweit es uns betrifft, wurden wir in unserer Familie geboren und was davor geschah, ist ein Mythos.


(In our family, as far as we are concerned, we were born and what happened before that is myth.)

📖 V. S. Pritchett

🌍 Britisch  |  👨‍💼 Schriftsteller

🎂 December 16, 1900  –  ⚰️ March 20, 1997
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Das Zitat von V.S. Pritchett bietet eine tiefgreifende Reflexion über die Natur der Erinnerung, die Familienidentität und die Geschichten, die unser Selbstverständnis prägen. Es deutet darauf hin, dass die persönliche und familiäre Erzählung am Punkt der individuellen Bewusstwerdung oder Geburt beginnt und dabei im Wesentlichen außer Acht lässt, was zuvor als Mythos oder vielleicht weniger greifbare Realität galt. Diese Perspektive kann faszinierend sein, weil sie die subjektive Natur von Geschichte und Erinnerung hervorhebt – jede Generation konstruiert ihre eigenen Geschichten und Wahrheiten auf der Grundlage dessen, was sie direkt erlebt oder erinnert. Es weist implizit auch auf die oft selektive Art und Weise hin, in der Familien sich entscheiden, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern oder sie erneut zu erzählen, wobei manchmal die Grenzen zwischen Fakten, Legenden und Mythen verwischen.

Darüber hinaus regt dieses Zitat zu einer tieferen Auseinandersetzung mit den Ursprüngen der Identität an. Wenn unsere Familiengeschichte bei der Geburt beginnt, sehen wir Erbe und Abstammung möglicherweise als eine Art mythischen Hintergrund, schön und bedeutungsvoll, aber nicht als etwas, das uns mit Sicherheit definiert. Dies wirft die Frage auf, wie viel Gewicht wir bei der Gestaltung unserer Persönlichkeit auf überkommene Narrative im Vergleich zu gelebten Erfahrungen legen sollten. Es ist eine Erinnerung daran, dass Geschichte und Erbe zwar den Kontext liefern, es aber letztendlich unsere eigene bewusste Existenz und Erfahrungen sind, die den Kern unserer Realität bilden.

Aus einer breiteren Perspektive laden uns Pritchetts Worte dazu ein, die fließende Grenze zwischen Realität und Mythos zu würdigen. Sie fördern eine respektvolle Anerkennung der über Generationen weitergegebenen Geschichten als etwas Reichhaltiges, aber Flexibles, etwas, das im Laufe der Zeit konstruiert und überarbeitet wurde. Auf diese Weise drängt das Zitat zu einer achtsamen Reflexion über die Natur der Familie, der Erinnerung und der Erzählungen, die uns tragen.

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Januar 11, 2026

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