Religion ist nicht die Beziehung des Menschen zu Gott, sondern die Beziehung des Menschen zum Menschen.
(Religion is not man's relationship to God, it is man's relationship to man.)
Dieses Zitat von Elie Wiesel stellt die traditionelle Wahrnehmung von Religion als einer persönlichen spirituellen Verbindung zwischen einem Individuum und dem Göttlichen in Frage. Stattdessen werden die sozialen und gemeinschaftlichen Aspekte des Glaubens betont, was darauf hindeutet, dass Religion in erster Linie dazu dient, Beziehungen zwischen Menschen zu fördern. Indem er betont, dass es bei Religion um menschliche Interaktionen geht, lenkt Wiesel die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise, wie der Glaube den gesellschaftlichen Zusammenhalt, moralische Werte und kollektive Verantwortung beeinflusst. In vielen religiösen Traditionen sollen Rituale und Lehren nicht nur eine höhere Macht ehren, sondern auch Mitgefühl, Verständnis und Solidarität unter den Gemeinschaftsmitgliedern fördern. Diese Perspektive ermutigt uns, darüber nachzudenken, wie religiöse Lehren unser soziales Gewissen und unser ethisches Verhalten gegenüber anderen prägen. Es regt auch zum Nachdenken über die Bedeutung von Mitgefühl und gegenseitigem Respekt innerhalb gesellschaftlicher Institutionen an und bestärkt die Vorstellung, dass das wahre Wesen der Religion über die individuelle Erlösung hinausgeht und unsere kollektive Verantwortung umfasst. Im weitesten Sinne plädiert Wiesels Aussage für eine Sichtweise der Religion, die auf menschlichen Verbindungen und Empathie wurzelt und die moralischen Pflichten hervorhebt, die wir einander in einer gemeinsamen menschlichen Erfahrung schulden. Die Anerkennung dieser Dimension kann zu einer mitfühlenderen Gesellschaft führen, in der religiöse Praktiken als Grundlage für ein harmonisches Zusammenleben dienen, wobei betont wird, dass die Stärke der Religion in ihrer Fähigkeit liegt, zu vereinen statt zu spalten. Letztendlich lädt uns dieses Zitat dazu ein, darüber nachzudenken, ob der Kern des Glaubens darin besteht, über das eigene Selbst hinauszugehen, um sinnvolle Beziehungen zu anderen aufzubauen, und wie ein solches Verständnis Frieden und Verständnis in verschiedenen Gemeinschaften fördern kann.