Jemand anderes wird für mich vorlesen oder bei mir in die Moschee gehen und/oder mir sagen, dass man nichts vom Westen mitnehmen soll, weil der Westen der Feind ist und so weiter. Die Entscheidung liegt bei mir. Ich bin intelligent genug, dem Westen gegenüber kritisch zu sein und mir das zu nehmen, was ich brauche, und das abzulehnen, was schlecht für mich ist.

Jemand anderes wird für mich vorlesen oder bei mir in die Moschee gehen und/oder mir sagen, dass man nichts vom Westen mitnehmen soll, weil der Westen der Feind ist und so weiter. Die Entscheidung liegt bei mir. Ich bin intelligent genug, dem Westen gegenüber kritisch zu sein und mir das zu nehmen, was ich brauche, und das abzulehnen, was schlecht für mich ist.


(Someone else is going to read for me or go at my place to the mosque, and/or to tell me you shouldn't take anything from the West because the West is the enemy and so on. It is to me to decide. I am intelligent enough to be critical towards the West and take what I need and reject what is bad for me.)

📖 Fatema Mernissi


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Diese tiefgründige Aussage setzt sich mit der Idee individueller Autonomie und kritischem Denken im Kontext von kulturellem Einfluss und ideologischer Starrheit auseinander. Es verdeutlicht die Spannung zwischen gesellschaftlichem oder gemeinschaftlichem Konformitätsdruck und der persönlichen Urteilsfähigkeit. Der Redner betont die persönliche Entscheidungsfreiheit – die Fähigkeit, Ideen und kulturelle Produkte selektiv zu bewerten, anstatt sie pauschal zu akzeptieren oder abzulehnen.

Das Zitat spiegelt die Komplexität des globalen Kulturaustauschs wider, insbesondere zwischen dem Westen und anderen Teilen der Welt, in denen die Haltung gegenüber westlichem Einfluss zwischen Bewunderung und Misstrauen schwankt. Fatema Mernissi nimmt klugerweise ihr Recht wahr, sich intellektuell und kritisch mit der westlichen Kultur auseinanderzusetzen, und stellt die binäre Perspektive „wir gegen sie“ in Frage, die globale Beziehungen oft in Konflikt und Opposition vereinfacht. Dies fördert eine unabhängige Denkweise, die äußere Einflüsse weder blind akzeptiert noch gänzlich ablehnt.

Darüber hinaus kann diese Aussage als Argument für geistige Souveränität und Wachstum angesehen werden. Darin wird behauptet, dass wahre Reife in der Fähigkeit liegt, Kulturen und Ideen zu durchforsten, um herauszufinden, was persönlich, kulturell oder sozial vorteilhaft oder schädlich ist. Es kritisiert auch die Gatekeeping-Tendenz einiger gesellschaftlicher Stimmen, die sich anmaßen, den Glauben anderer einzuschränken oder zu diktieren. Mit der Aussage „Es liegt an mir zu entscheiden“ betont Mernissi die Selbstbestimmung.

In einer zunehmend vernetzten und polarisierten Welt plädiert dieser Ansatz für eine durchdachte, kritische Auseinandersetzung und den Abbau starrer ideologischer Mauern. Letztendlich regt dieses Zitat zum Nachdenken darüber an, wie wir unsere Überzeugungen inmitten verschiedener Einflüsse formen, und fördert das Vertrauen in das persönliche Urteilsvermögen.

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Dezember 25, 2025

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