Die unheilbaren Krankheiten sind die eingebildeten Krankheiten

Die unheilbaren Krankheiten sind die eingebildeten Krankheiten


(The incurable ills are the imaginary ills)

📖 Marie von Ebner-Eschenbach

 |  👨‍💼 Romancier

🎂 September 13, 1830  –  ⚰️ March 12, 1916
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Dieses Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach regt zu einer tiefen Betrachtung über die Natur des Leidens und die menschliche Wahrnehmung von Leid an. Es legt nahe, dass die dauerhaftesten und unbehandelbarsten Beschwerden nicht unbedingt diejenigen sind, die den Körper oder den Geist auf konkrete Weise beeinträchtigen, sondern diejenigen, die in der Vorstellung existieren – Ängste, Befürchtungen und Sorgen, die keinen greifbaren Ursprung haben, aber echtes Leid verursachen. Diese Perspektive deckt sich mit dem Verständnis, dass psychische und emotionale Probleme häufig auf eingebildeten Szenarien oder Ängsten beruhen, die das Gefühl der Hilflosigkeit, das chronische Betroffene verspüren, verstärken.

Was mich an diesem Zitat zutiefst beeindruckt, ist seine subtile Ermutigung, zwischen greifbaren Problemen und denen, die wir in unserem Kopf schaffen, zu unterscheiden. Imaginäre Krankheiten können irrationale Ängste, vorgefasste Vorstellungen von Versagen oder Ablehnung oder die Erwartung von Leiden sein, das noch nicht eingetreten ist und möglicherweise auch nie eintreten wird. Die Fähigkeit des Geistes, sich Worst-Case-Szenarien vorzustellen, kann Menschen lähmen und ein zugrunde liegendes Gefühl der Verzweiflung verstärken, das manchmal schmerzhafter ist als körperliche Krankheiten. Die Betrachtung dieser eingebildeten Leiden als „unheilbar“ unterstreicht ihre Hartnäckigkeit: Während medizinische Eingriffe häufig körperliche Krankheiten lindern können, erfordert die Auflösung eingebildeter Krankheiten eine Veränderung der Wahrnehmung und des Selbstbewusstseins, Prozesse, die komplex, langsam und andauernd sein können.

Darüber hinaus lädt dieses Zitat zum Mitgefühl für diejenigen ein, die unter psychischen Problemen oder inneren Kämpfen leiden, die äußerlich vielleicht nicht sichtbar sind, aber zutiefst verheerende Folgen haben können. Es stellt die Herausforderung in den Vordergrund, Krankheiten anzugehen, die weniger einfach zu diagnostizieren und zu behandeln sind, und erinnert uns daran, dass die Fülle des menschlichen Leidens sowohl den Körper als auch den Geist umfasst, die durch die Vorstellungskraft geschaffen werden.

Diese Perspektive fördert auch einen achtsamen Umgang mit unseren eigenen Sorgen. Indem wir imaginäre Krankheiten als Quelle unheilbaren Leidens identifizieren, werden wir dazu angeregt, emotionale Belastbarkeit und gesündere kognitive Gewohnheiten zu entwickeln. Techniken wie Achtsamkeit, kognitive Verhaltenstherapien oder philosophische Akzeptanz können dazu beitragen, den Einfluss dieser eingebildeten Übel zu verringern, auch wenn es weiterhin schwierig bleibt, sie vollständig auszurotten.

Letztendlich ist dieses Zitat eine tiefgreifende Beobachtung der Kraft des menschlichen Geistes – wie er sowohl Schaden anrichten als auch den Schlüssel zur Heilung darstellen kann. Es fordert uns heraus, über unsere eigenen inneren Narrative und Ängste nachzudenken und drängt zu einem mitfühlenden und differenzierten Verständnis der unsichtbaren Kämpfe, die Menschen ertragen.

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Mai 22, 2025

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