Wir wissen, dass Weisheit das Wissen um Gut und Böse ist, nicht die Kraft, zwischen beiden zu wählen.
(Wisdom we know is the knowledge of good and evil, not the strength to choose between the two.)
Dieses Zitat unterscheidet elegant zwischen dem bloßen Besitz von Wissen und dem wahren Wesen der Weisheit. Oft geraten wir in die falsche Vorstellung, dass es der Gipfel der Weisheit ist, zu verstehen, was richtig und was falsch ist. Cheever betont jedoch, dass reife Weisheit über das Verstehen hinausgeht und die Fähigkeit umfasst, schwierige Entscheidungen zu treffen. Zu wissen, was gut oder böse ist, ist grundlegend, aber ohne die Kraft, das Urteilsvermögen oder den moralischen Mut, zwischen beiden zu wählen, bleibt dieses Wissen oberflächlich. Es regt uns dazu an, über unsere moralischen und emotionalen Fähigkeiten nachzudenken: Geben wir uns damit zufrieden, nur die Wahrheit zu kennen, oder sind wir bereit, trotz der Herausforderungen danach zu handeln?
Im täglichen Leben hat diese Unterscheidung großen Nachhall. Viele verfügen über das intellektuelle Verständnis ethischer Dilemmata, haben aber aufgrund von Ängsten, Vorurteilen oder Eigeninteressen Schwierigkeiten, richtig zu handeln. Weisheit beinhaltet im tiefsten Sinne Mut und Überzeugung – Eigenschaften, die es einem ermöglichen, moralische Integrität aufrechtzuerhalten.
Darüber hinaus fördert diese Perspektive die Demut in unseren Wissensansprüchen. Die Erkenntnis, dass Weisheit auch Handeln einschließt, erinnert uns an unsere Verantwortung, insbesondere wenn wir mit moralisch komplexen Situationen konfrontiert werden. Es fördert moralischen Mut und Widerstandskraft und drängt uns dazu, nicht nur unser Verständnis, sondern auch unseren Charakter zu vertiefen.
Wenn wir dies bedenken, könnten wir uns fragen: Suchen wir Wissen um seiner selbst willen oder um sinnvolles Handeln zu unterstützen? Wie oft gelingt es uns nicht, die nötige Kraft aufzubringen, um die richtige Wahl zu treffen? Letztlich ist Weisheit eine lebendige Praxis; Es erfordert ständige Anstrengungen, um unser Handeln mit unserem Verständnis von Gut und Böse in Einklang zu bringen und sowohl Wissen als auch moralische Stärke zu verkörpern.