Ein Priester ist ein Funktionär sozialer Art. Die Gesellschaft verehrt bestimmte Gottheiten auf eine bestimmte Art und Weise, und der Priester wird zum Funktionär ordiniert, um dieses Ritual durchzuführen. Die Gottheit, der er sich widmet, ist eine Gottheit, die bereits existierte, bevor er kam. Aber die Kräfte des Schamanen werden in seinen eigenen Vertrauten symbolisiert, den Gottheiten seiner eigenen persönlichen Erfahrung. Seine Autorität entspringt einer psychologischen Erfahrung, nicht einer sozialen Ordination.

Ein Priester ist ein Funktionär sozialer Art. Die Gesellschaft verehrt bestimmte Gottheiten auf eine bestimmte Art und Weise, und der Priester wird zum Funktionär ordiniert, um dieses Ritual durchzuführen. Die Gottheit, der er sich widmet, ist eine Gottheit, die bereits existierte, bevor er kam. Aber die Kräfte des Schamanen werden in seinen eigenen Vertrauten symbolisiert, den Gottheiten seiner eigenen persönlichen Erfahrung. Seine Autorität entspringt einer psychologischen Erfahrung, nicht einer sozialen Ordination.


(A priest is a functionary of a social sort. The society worships certain deities in a certain way, and the priest becomes ordained as a functionary to carry out that ritual. The deity to whom he is devoted is a deity that was there before he came along. But the shaman's powers are symbolized in his own familiars, deities of his own personal experience. His authority comes out of a psychological experience, not a social ordination.)

📖 Joseph Campbell

🌍 Amerikanisch  |  👨‍💼 Autor

🎂 March 26, 1904  –  ⚰️ October 31, 1987
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Dieses Zitat unterscheidet tiefgreifend zwischen zwei spirituellen Rollen – dem Priester und dem Schamanen – und hebt die Quelle ihrer Autorität und ihre Beziehung zum Göttlichen hervor. Priester sind im Rahmen gesellschaftlicher Strukturen verankert; Ihre Rolle ergibt sich in erster Linie aus der gemeinschaftlichen Validierung und formellen Ordination. Sie führen Rituale durch, die Gottheiten gewidmet sind, die in einem gemeinsamen kulturellen oder religiösen Kontext existieren, und legen dabei Wert auf Stabilität, Tradition und kollektive Identität. Andererseits beziehen Schamanen ihre spirituelle Kraft aus persönlichen psychologischen Erfahrungen, die oft zutiefst intime Begegnungen mit ihren eigenen „Vertrauten“ oder personalisierten Gottheiten beinhalten. Dies spiegelt eine eher subjektive, vielleicht sogar existenzielle Herangehensweise an die Spiritualität wider, bei der die Autorität des Schamanen eher intern und individuell ist als von außen auferlegt.

Die Unterscheidung unterstreicht wichtige Themen über die Natur von Spiritualität und Religion. Während der Priester den kodifizierten, institutionalisierten Ausdruck des Glaubens darstellt, veranschaulicht der Schamane die erfahrungsbezogenen und transformativen Aspekte persönlicher religiöser Erfahrung. Es lädt auch zum Nachdenken über die Dynamik zwischen gemeinschaftlicher Ordnung und individueller Erkundung im spirituellen Leben ein. Die Verbindung des Schamanen zur Göttlichkeit ist fließend, entwickelt sich weiter und ist tief mit der persönlichen Identität und psychologischen Prozessen verflochten, im Gegensatz zur dauerhaften und gemeinschaftlichen Präsenz der Gottheit des Priesters.

Diese Perspektive fördert eine umfassendere Wertschätzung religiöser Praktiken und fordert uns heraus, darüber nachzudenken, wie spirituelle Autorität nicht nur aus gesellschaftlicher Unterstützung, sondern auch aus inneren psychologischen Reisen entstehen kann. Joseph Campbells Einsicht lädt uns ein, die vielfältigen Wege zu heiliger Erfahrung zu erkennen und sowohl die gesellschaftlichen Rituale, die Gemeinschaften verbinden, als auch die persönlichen Begegnungen, die die individuelle Bedeutung definieren, wertzuschätzen.

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Juni 06, 2025

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