Die Schwierigkeit ist eine Münze, mit der die Gelehrten zaubern, um die Eitelkeit ihres Studiums nicht zu offenbaren, und die die menschliche Dummheit gerne als Bezahlung annimmt

Die Schwierigkeit ist eine Münze, mit der die Gelehrten zaubern, um die Eitelkeit ihres Studiums nicht zu offenbaren, und die die menschliche Dummheit gerne als Bezahlung annimmt


(Difficulty is a coin which the learned conjure with so as not to reveal the vanity of their studies and which human stupidity is keen to accept in payment)

📖 Michel de Montaigne

🌍 Französisch  |  👨‍💼 Philosoph

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Michel de Montaignes Beobachtung hier unterstreicht eine differenzierte Kritik daran, wie Wissen und Unwissenheit in der Gesellschaft interagieren. Die Metapher der Schwierigkeit als „Münze“ legt geschickt nahe, dass Komplexität und Unklarheit Werkzeuge sind, die von Gebildeten eingesetzt werden, um den Wert oder die Bedeutung ihres Lernens möglicherweise zu steigern. Dies impliziert eine subtile Eitelkeit unter Wissenschaftlern, die bewusst oder unbewusst den Anschein von Schwierigkeiten nutzen, um die Trivialität oder den begrenzten Nutzen dessen, was sie studiert haben, zu verschleiern. Es ist eine Reflexion über den performativen Aspekt des Wissens – wie die Gelehrten ihre Arbeit mystifizieren könnten, nicht nur, um aufzuklären, sondern um Status oder Ruf aufrechtzuerhalten.

Gleichzeitig weist Montaigne auf die menschliche Torheit hin, bei der Unwissenheit oder Dummheit darauf bedacht ist, diese Währung der Schwierigkeit „als Bezahlung anzunehmen“. Hier gibt es ein Element eines Gesellschaftsvertrags, bei dem Ungebildete bereitwillig die Kosten für Verwirrung oder Komplexität bezahlen, ohne klares Verständnis zu fordern. Dies verdeutlicht eine gemeinsame zwischenmenschliche Dynamik in Bezug auf Wissen: Wer es nicht versteht, ist oft bereit oder resigniert, die unergründliche Sprache von Experten zu akzeptieren, vielleicht aus Vertrauen, Ehrfurcht oder Angst, selbst unwissend zu wirken.

Letztendlich lädt dieses Zitat zum Nachdenken über Zugänglichkeit und Transparenz in der Kommunikation, intellektuelle Bescheidenheit und die Beziehung zwischen Erscheinung und Substanz in der Wissenschaft ein. Es stellt sowohl den Wissensproduzenten als auch den Wissenskonsumenten vor die Herausforderung, sich des Potenzials für Eitelkeit, Verschleierung und unkritische Akzeptanz bewusst zu sein, und fordert Klarheit und Aufrichtigkeit bei Forschung und Lehre. Das hier beschriebene Paradoxon bleibt auch in modernen Kontexten von großer Relevanz, in denen Komplexität manchmal mit Tiefgründigkeit verwechselt wird und der Kampf um echtes Verständnis weitergeht.

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Juni 13, 2025

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