Helden, welche hohen Vorstellungen wir auch von ihnen haben mögen, sind sterblich und nicht göttlich. Wir sind alle so, wie Gott uns geschaffen hat, und viele von uns sind noch viel schlimmer.
(Heroes, whatever high ideas we may have of them, are mortal and not divine. We are all as God made us and many of us much worse.)
Das Zitat von John Osborne stellt die konventionelle Idealisierung von Helden zutiefst in Frage. Oft erhebt die Gesellschaft Helden zu einem nahezu göttlichen Status und schreibt ihnen Eigenschaften der Unfehlbarkeit oder übernatürlichen Tugenden zu. Osbornes Worte erinnern uns daran, dass Helden grundsätzlich sterblich sind und denselben Fehlern, Einschränkungen und Schwachstellen unterliegen wie jeder andere Mensch. Diese Perspektive fördert ein realistischeres Verständnis von Heldentum – nicht als Perfektion, sondern als unvollkommener Mensch, der nach bewundernswerten Zielen strebt.
Mit der Aussage „Wir sind alle so, wie Gott uns geschaffen hat und viele von uns noch viel schlimmer“ berührt das Zitat auch die menschliche Natur und Moral. Es impliziert eine gemeinsame Menschlichkeit aller Menschen, mit dem ehrlichen Eingeständnis, dass nicht jeder heroische Standards erreicht und dass viele hinter ethischen Idealen zurückbleiben. Dies kann sowohl als demütigend als auch als demokratisierend angesehen werden: Es entfernt allumfassende Illusionen und suggeriert, dass das Potenzial für Heldentum in den gleichen Bedingungen liegt, unter denen wir alle leben. Es fordert auch auf subtile Weise Mitgefühl und die Anerkennung von Helden nicht als makellose Ikonen, sondern als nachvollziehbare Individuen, die Schwierigkeiten haben und Fehler machen.
Wenn man darüber nachdenkt, könnte man darüber nachdenken, wie wir unsere Erwartungen an Heldentum im Alltag neu ausrichten können – um freundliche, mutige und belastbare Taten zu würdigen, ohne Perfektion zu erwarten. Es macht auch deutlich, wie wichtig es ist, die menschliche Unvollkommenheit in uns selbst und anderen zu akzeptieren. In einer Welt, die oft verzweifelt nach Vorbildern sucht, verankert uns Osbornes Einsicht in der Realität und drängt dazu, ehrliche Menschlichkeit gegenüber mythischer Idealisierung an den Tag zu legen.