In der Ehe wird ein Mann nachlässig und egoistisch und erlebt eine fette Degeneration seiner Moral.
(In marriage, a man becomes slack and selfish, and undergoes a fatty degeneration of his moral being.)
Robert Louis Stevenson bietet eine ziemlich klare und kritische Perspektive auf die Institution der Ehe und konzentriert sich dabei insbesondere auf deren Auswirkungen auf den Charakter eines Mannes. Auf den ersten Blick mag das Zitat hart oder übertrieben zynisch wirken und andeuten, dass ein verheirateter Mann dazu neigt, „nachlässig und egoistisch“ zu werden und eine „fette Degeneration“ zu erleben – eine eindrucksvolle Metapher, die darauf hindeutet, dass die moralische Stärke oder die ethische Stärke unter den Annehmlichkeiten oder Zwängen der Ehe nachlässt.
Diese Überlegung kann auf verschiedene Weise interpretiert werden. Stevenson meint vielleicht die Selbstgefälligkeit, die entstehen kann, wenn man sich in die Routinen und die Sicherheit einfügt, die die Ehe oft mit sich bringt. Der Ausdruck „nachlässig und egoistisch“ weist auf einen Rückgang der Anstrengung und Rücksichtnahme hin und deutet darauf hin, dass Männer nach der Heirat ihrem eigenen Wohlbefinden Vorrang vor der Wahrung ihrer moralischen und sozialen Verantwortung geben könnten. Diese Kritik könnte auf Beobachtungen gesellschaftlicher Normen zu seiner Zeit zurückzuführen sein, in denen die Ehe manchmal als vertragliche oder wirtschaftliche Vereinbarung und nicht als reine liebevolle oder gleichberechtigte Partnerschaft angesehen wurde.
Darüber hinaus ist der Begriff „Fettdegeneration“ ein aussagekräftiger biologischer Bezug, der die moralische Schwächung in physischer Hinsicht anschaulich veranschaulicht. Es deutet auf eine ungesunde Anhäufung hin, eine Seuche, die von Natur aus die Grundlagen des eigenen ethischen Seins schädigt. Dies könnte bedeuten, dass moralische Korruption nicht nur sprunghaft auftritt, sondern durch allmähliche, oft unbemerkte Zügellosigkeit oder Vernachlässigung.
Wenn man heute darüber nachdenkt, kann Stevensons Zitat Diskussionen darüber anregen, welche inneren Herausforderungen die Ehe für den Einzelnen darstellt. Es wirft die Frage auf, ob die Ehe von Natur aus Egoismus aufgrund von Abhängigkeit und Bequemlichkeit fördert oder ob sie ein Katalysator für Wachstum und Selbstlosigkeit sein kann. Es regt auch dazu an, über persönliche Verantwortung nachzudenken – darüber, wie Einzelpersonen sich entscheiden, ihre Ethik innerhalb der sich verändernden Dynamik von Beziehungen aufrechtzuerhalten oder zu verschlechtern.
Stevensons Bemerkung ist zweifellos eine Kritik, aber auch eine Einladung zur Selbstreflexion. Es drängt uns, nicht in Selbstgefälligkeit oder Selbstsucht zu verfallen und unseren moralischen Mut und unsere Integrität aktiv zu fördern, unabhängig von unserem Familienstand. Es könnte zu Diskussionen über die Bedeutung von Selbstbewusstsein und Anstrengung für die Aufrechterhaltung gesunder, moralisch fundierter Beziehungen anregen, die unsere Persönlichkeit eher bereichern als schmälern können.
Obwohl seine Sprache provokativ ist, dient sie im Wesentlichen als warnende Erinnerung an die Bewahrung unseres Charakters inmitten der Annehmlichkeiten und Verpflichtungen des Lebens.