Ich persönlich habe nichts gegen Arbeit, insbesondere wenn sie von jemand anderem leise und unauffällig ausgeführt wird. Ich glaube einfach nicht, dass es ein geeignetes Thema für eine „Ethik“ ist.

Ich persönlich habe nichts gegen Arbeit, insbesondere wenn sie von jemand anderem leise und unauffällig ausgeführt wird. Ich glaube einfach nicht, dass es ein geeignetes Thema für eine „Ethik“ ist.


(Personally, I have nothing against work, particularly when performed, quietly and unobtrusively, by someone else. I just don't happen to think it's an appropriate subject for an 'ethic.')

📖 Barbara Ehrenreich

🌍 Amerikanisch  |  👨‍💼 Schriftsteller

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Dieses Zitat berührt die oft übersehenen Nuancen der Arbeit und die damit verbundene Ethik. Ehrenreich scheint anzuerkennen, dass die Arbeit selbst, insbesondere wenn sie sorgfältig und ohne viel Aufhebens durchgeführt wird, im Allgemeinen gutartig oder sogar lobenswert ist. Sie wirft jedoch einen interessanten Punkt bezüglich der moralischen oder ethischen Beurteilungen auf, die wir über das Konzept Arbeit fällen. Die Idee, dass Arbeit an eine „Ethik“ gebunden sein sollte, deutet auf gesellschaftliche Versuche hin, bestimmte Arten von Arbeit zu moralisieren oder zu idealisieren, manchmal bis hin zur Rechtfertigung von Ausbeutung oder Untätigkeit, wenn die Arbeit als „ethisch“ gilt. Ehrenreichs Meinung deutet auf eine pragmatische Sichtweise hin: Arbeit an sich ist weder von Natur aus tugendhaft noch verwerflich – sie ist ein Mittel zum Zweck, eine Notwendigkeit oder sogar eine Quelle der Würde, je nach Kontext, sollte aber nicht mit moralischem Gewicht belastet werden, das eine klare Bewertung ihres Wertes erschwert. Diese Perspektive ermutigt uns, zu überdenken, wie die Gesellschaft bestimmte Berufe oder Arbeitspraktiken aufwertet, oft auf Kosten einer kritischen Bewertung der Bedingungen, der Fairness oder der Bedeutung der geleisteten Arbeit. Es lädt auch zum Nachdenken über die sozialen Konstrukte ein, die die Arbeit in eine moralische Arena verwandeln und möglicherweise zu schwächenden Schuldgefühlen oder ungerechtfertigtem Lob führen. Die Erkenntnis, dass Arbeit einfach eine menschliche Tätigkeit ist – manchmal notwendig, manchmal erfüllend, aber nicht grundsätzlich moralisch oder unmoralisch – kann dazu beitragen, einen ehrlicheren, weniger wertenden Diskurs über Arbeitspraktiken und persönliche Beiträge zu fördern. Eine solche Haltung könnte zu einer pragmatischeren Politik führen, die sich auf Fairness und Würde konzentriert und nicht auf moralische Urteile, die häufig zur Aufrechterhaltung oder Kritik bestimmter Arten von Arbeit herangezogen werden.

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Dezember 25, 2025

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