Wir können uns nur über Dinge absolut sicher sein, die wir nicht verstehen.
(We can be absolutely certain only about things we do not understand.)
Dieses Zitat von Eric Hoffer verdeutlicht ein tiefgreifendes Paradoxon hinsichtlich der menschlichen Wahrnehmung und des menschlichen Wissens. Es deutet darauf hin, dass die Dinge, die wir wirklich verstehen, oft komplex, nuanciert und voller Unsicherheiten sind, sodass wir sie kaum mit absoluter Gewissheit verstehen können. Umgekehrt liegen die Bereiche völliger Gewissheit tendenziell außerhalb unseres Verständnisses – Konzepte oder Phänomene, die von Natur aus unergründlich sind oder außerhalb des Bereichs des menschlichen Verständnisses liegen. Diese Idee stellt die allgemeine Annahme in Frage, dass Gewissheit gleichbedeutend mit Verständnis ist, und veranlasst uns, die Grenzen unseres Wissens und die Demut zu erkennen, die wir annehmen müssen, wenn wir mit komplexen Wahrheiten konfrontiert werden.
Sowohl im Alltag als auch bei wissenschaftlichen Aktivitäten kann diese Perspektive als Erinnerung daran dienen, dass Demut unerlässlich ist. Wenn wir es mit komplizierten Systemen zu tun haben – sei es in der Physik, der Medizin oder den Sozialwissenschaften –, sollte unser Selbstvertrauen durch die Anerkennung dessen gemildert werden, was wir nicht vollständig begreifen. Übermäßiges Vertrauen in unser Verständnis führt oft zu übermäßiger Vereinfachung und Fehlern, da wir die Nuancen oder Unbekannten, die unsere Wahrnehmung grundlegend verändern könnten, möglicherweise vorzeitig außer Acht lassen.
Darüber hinaus kann dieses Zitat auch als Kommentar zur menschlichen Erkenntnis verstanden werden. Unsere mentalen Modelle sind von Natur aus begrenzt, und je mehr wir erforschen, desto mehr erweitern sich die Grenzen unseres Wissens und offenbaren gleichzeitig, wie viel außerhalb unseres Verständnisses bleibt. Es zwingt uns zu akzeptieren, dass unsere Gewissheit über Unwissenheit eine Form des Wissens selbst ist – das Wissen, was wir nicht verstehen. Die Annahme dieser Denkweise fördert eher Neugier als Selbstgefälligkeit und fördert kontinuierliches Lernen.
Letztendlich lädt die Erkenntnis, dass absolute Gewissheit in unserer Unwissenheit liegt, zu Demut ein, regt zur Erkundung an und fördert einen respektvollen Umgang mit komplexen Realitäten. Es erinnert uns daran, dass das Streben nach Verständnis eine lebenslange Reise ist, bei der die Gewissheit über das Unbekannte das einzig Absolute ist, an das wir uns getrost halten können.