Im Industriezeitalter ging es nicht darum, dass Handwerker untereinander Handel trieben. Es ging darum, das zu stoppen. Man sollte kein Handwerker sein, man sollte Angestellter sein.

Im Industriezeitalter ging es nicht darum, dass Handwerker untereinander Handel trieben. Es ging darum, das zu stoppen. Man sollte kein Handwerker sein, man sollte Angestellter sein.


(The industrial age was not about craftspeople trading peer to peer. It was about stopping that. You weren't supposed to be a craftsperson, you were supposed to be an employee.)

📖 Douglas Rushkoff


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Dieses Zitat verdeutlicht einen grundlegenden Wandel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen im Industriezeitalter. Vor diesem Wandel lebten viele Gemeinschaften vom Kunsthandwerk, wobei Einzelpersonen innerhalb eines lokalen oder regionalen Kontexts direkt Waren und Fähigkeiten austauschten. Der Handwerker war nicht nur ein Arbeiter, sondern ein wichtiger Teil einer Gemeinschaft, der Autonomie und eine direkte Beziehung zu seinen Kunden verkörperte. Das Aufkommen der Industrialisierung zielte jedoch darauf ab, die Produktion zu standardisieren, die Produktion zu skalieren und die Effizienz zu maximieren, oft auf Kosten der individuellen Handwerkskunst und des direkten Handels. Dieser systemische Wandel führte zum Aufstieg der Fabrikarbeit, bei der die Arbeitskräfte durch hierarchische Strukturen getrennt, überwacht und reguliert wurden. Der Schwerpunkt verlagerte sich von Meisterschaft und persönlicher Verbindung zu Konformität und bürokratischer Aufsicht. Arbeiter wurden zunehmend weniger als unabhängige Handwerker, sondern vielmehr als Rädchen in einer riesigen Maschine betrachtet – Angestellte, deren Rollen vorgeschrieben, sich wiederholend und vom kreativen Aspekt ihrer Arbeit losgelöst waren. Dieser Wandel hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die persönliche Erfüllung, die gegenseitige Abhängigkeit der Gemeinschaft und die Natur der Arbeit selbst. Während die Industrialisierung das Wirtschaftswachstum und die Innovation ankurbelte, trug sie auch zur Entfremdung, zum Verlust lokaler Identitäten und zur Abwertung von Können und Handwerkskunst bei. Das Erkennen dieses historischen Wandels hilft uns, aktuelle Debatten über Automatisierung, Gig-Work und die Bedeutung des Erhalts handwerklicher Fähigkeiten in einer sich schnell verändernden Technologielandschaft zu verstehen. Das Zitat regt uns dazu an, darüber nachzudenken, wie Wirtschaftssysteme menschliche Beziehungen und die individuelle Identität prägen, und fordert dazu auf, zu überdenken, was Arbeit in der Gesellschaft wirklich bedeutet.

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August 15, 2025

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